HeRoes beschäftigen sich auch mit dem Thema Sucht

Sucht – Ein Thema, das sicherlich jeden von uns, ob direkt oder indirekt, betrifft. Egal ob es sich hierbei um Alkohol-, Nikotin oder aber Drogen- und/oder Spielsucht handelt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bat im Rahmen der Jugendfilmtage neben verschiedenen Filmen auch noch „Mitmach-Aktionen“ an, bei denen man mehr über die Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol erfahren konnte.

Rund 1.000 Schüler aus Stadt und Kreis Offenbach besuchten am 24. und 25. November den CinemaxX Offenbach, um bei den Jugendfilmtagen dabei sein zu dürfen. Als HeRoes-Team hatten wir die Gelenheit ebenfalls mit einem Stand vertreten zu sein. Dort betreuten wir das Fragenduell und hatten ebenso wie die Jugendlichen, die mitmachten, großen Spaß und lernten auch zudem einiges zum Thema Alkohol und Nikotin.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass man im Jahr 470 Euro ausgibt, wenn man „nur“ 5 Zigaretten am Tag raucht? Oder dass Ethanol nicht nur in Wein, Bier oder Schnaps, sondern auch in Frostschutzmitteln, Putzmitteln, Treibstoff u.a. enthalten ist? Und jetzt vielleicht der größte Hammer: Wusstet ihr auch, dass beim Verbrennen einer Zigarette mehr als 4800 chemische Stoffe entstehen, wovon ungefähr 250 giftig und etwa 90 krebserregend sind?

Sucht ist ein schwerwiegendes und oftmals tödliches Problem unserer Gesellschaft! Auch wir von HeRoes werden dieses Problem in unseren Gruppentreffen mit den Jugendlichen auf ihrem Weg zur HeRoes-Zertifizierung behandeln.

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Über den Beamer wurden drei Kategorien mit jeweils drei Fragen an die Wand projiziert. Zwei Teams standen sich in jeder Runde gegenüber und konnten verschiedene Fragen zu Alkohol und Nikotin beantworten.
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Gewinnen stand hier bei vielen weniger im Vordergrund. Vielmehr das Mitnehmen eines Wissens war der tatsächliche Gewinn.

Projektvorstellung an der Rudolf-Koch-Schule

Das HeRoes-Team befindet sich zurzeit auf einer „Schultour“ und stellt das Projekt mehreren Klassen vor. Dabei erntet es auch sehr viel Begeisterung und Interesse von den Schülern. Letzte Woche waren die Gruppenleiter Mehmet Koc, Zafer Cin und die Projektleiterin Ollga Mato an der Rudolf-Koch-Schule und konnten das Projekt während der KL-Stunden vorstellen.

„Mit so viel aktiver Beteiligung habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Vor allem die Mädchen waren sehr aktiv und haben sich gut an den Diskussionen beteiligt“, resümiert Mehmet Koc die insgesamt 3 Tage, an denen das Team an der Rudolf-Koch-Schule unterwegs war. Eingestiegen sind die Gruppenleiter immer mit einem Rollenspiel: Der Sohn kommt total glücklich und stolz zum Vater und erzählt ihm, dass er bald heiraten möchte. Der Vater ist sehr stolz auf seinen Sohn und kommentiert diese frohe Botschaft mit den Worten: „So habe ich meinen Sohn erzogen, ein echter Mann.“ Nachdem das Missverständnis um den Namen der zukünftigen Braut geklärt ist und der Vater weiß, dass es sich um ein Mädchen aus einem anderen Kulturkreis handelt, ist er außer sich und fragt den Sohn, ob er bei seiner Entscheidung denn nicht an seine Familienehre gedacht habe. Plötzlich ist der Sohn nicht mehr der Sohn, den er erzogen hat. Der Vater ist enttäuscht von ihm und schickt ihn mit den Worten, dass er nun seine Cousine heiraten müsse, aus dem Zimmer.

Mit einem Strahlen und Lächeln im Gesicht kommt der Sohn zum Vater und erzählt ihm, dass er heiraten möchte…

„Während wir die Szene spielten, spürten wir förmlich die Angst der Schüler als der Vater seinen Wutausbruch bekommt und mit dem Sohn schimpft.“ Es sind Rollenspiele, die Alltagsszenen in zugespitzter Form darstellen, doch jeder kennt zumindest einige Elemente dieser Szenen und kann sich in irgendeiner Form auch damit identifizieren. Es war also nicht überraschend, dass viele an der regen Diskussionen teilnahmen und sogar Schüler, die laut Lehrkärften sonst so still sind, plötzlich aufblühten. Was ist Ehre? Gibt es so etwas wie Gleichberechtigung in Deutschland? Was könnt ihr mit dem Begriff Unterdrückung anfangen? Das Team musste nicht viel erzählen. Es war kein Frontalunterricht wie es die Schüler von vielen Lehrerinnen und Lehrern können. Endlich kamen sie mal zu Wort und konnten alles sagen, was ihnen in den Sinn kommt und keiner sagt, dass es richtig oder falsch ist.

In einem weiteren Rollenspiel wurde auch ein Mitschüler nach vorne gebeten, der ebenfalls eine Rolle übernahm – und zwar die der unterdrückten Schwester!

Fußball verbindet

Im Rahmen unserer Kennenlernphase waren wir als Gruppenleiter zusammen mit den ersten projektinteressierten Jungen unterwegs. Da Fußball in jeder Hinsicht Menschen vereint, großen Spaß bereitet und eine willkommene Abwechslung vom stressigen Alltag ist, war es eigentlich fast schon logisch, dass der Wunsch nach einem gemeinsamen Kick in der Halle geäußert wurde und wir diesem nachgekommen sind. 

Insgesamt zehn Jugendliche nahmen zusammen mit den beiden Gruppenleitern am Fußballspiel teil

HeRoes ist mehr als nur zusammenkommen und über kontroverse Themen diskutieren. HeRoes ist in erster Linie auch ein Prozess, in dem man Vertrauen aufbaut. Vertrauen zu sich selbst, Vertrauen zu den anderen Jungen und natürlich Vertrauen zu den Gruppenleitern. Wir legen daher sehr viel Wert darauf, die Jugendlichen anhand von Freizeitaktivitäten besser kennenzulernen und viele Barrieren abzubauen, die am Anfang eines Kennenlernens selbstverständlich noch zu beobachten sind. Eine Art Freundschaft muss entstehen. Sowohl unter den Jugendlichen, die HeRoes werden wollen als auch eine Freundschaft zwischen den Jungen und den Gruppenleitern.

Der Tag war jedenfalls ein voller Erfolg. Die Gruppenleiter bildeten zwei Mannschaften und spielten 60 Minuten lang sechs gegen sechs. Viel Körpereinsatz, Laufbereitschaft, Motivation zu gewinnen und Spaß am Sport waren zu beobachten. Alles in allem ist festzuhalten, dass solche sozialen und sportlichen Aktivitäten nicht die letzten gewesen sind und weitere folgen werden, da diese gute Auswirkungen auf die Gruppendynamik haben!

 

Das Siegerteam vom HeRoes-Kick

 

Präventionstag Offenbach (30.09.2015)

Es war unser erster öffentlicher Auftritt, bei dem wir ein Rollenspiel zeigten.

Nach dem Aufbau des Stands waren wir bereits dran. Wir wurden angekündigt, standen an der Bühne mit Herzklopfen und nassen Händen. Aber dann: Kaum legten wir mit dem Rollenspiel los, war die Nervosität sofort weg.

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„Was? Eine Deutsche willst du heiraten? Hast du dabei an unsere Familienehre gedacht?“

Die Darstellung einer typischen Alltagsszene, die natürlich sehr zugespitzt war, ist auch Grundlage einer weiteren Diskussion mit den Jugendlichen im Anschluss gewesen. An unserem Stand hatten diese die Möglichkeit uns zu besuchen, an einem Quiz teilzunehmen, Fotos mit unserem Facebookrahmen zu machen und natürlich intensive Gespräche mit uns zu führen.

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Interessante Gespräche mit den Jugendlichen konnten wir nach unserem Rollenspiel führen
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Unser Facebookrahmen kam so gut an, dass nicht nur wir….
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…sondern auch die Jugendlichen gefallen daran fanden. Egal, ob Junge…
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…oder Mädchen.
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Auch während unser Quizbogen ausgefüllt wurde, kamen Fragen zum Projekt auf. Intensive Gespräche konnten somit auch geführt werden.

Kontaktaufbau zu Schulen

Hier waren wir zu Besuch in der Albert-Schweizer-Schule
Hier waren wir zu Besuch in der Albert-Schweitzer-Schule

Die Sommerferien sind nun endlich vorbei und wir können unser Projekt Lehrern und Schülern vorstellen.

Nach einer intensiven inhaltlichen und methodischen Einarbeitung geht es nun in die Praxis und damit in die Anwerbephase von Jugendlichen über. Auf dem Plan stehen alle weiterführenden Schulen in Offenbach. Mal schauen, wie die Schüler reagieren werden.

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Auch wir sind manchmal orientierungslos und müssen auf dem Stadtplan schauen, wo es langgeht

HeRoes-Schulung in Berlin

Voller Vorfreude und einer kleinen Ungewissheit, was uns erwartet, fuhren wir nach Berlin. Die HeRoes-Schulung in Berlin ist obligatorisch für alle HeRoes-Projekte bundesweit.

An zwei kurz aufeinanderfolgenden Terminen (24.06.2015 bis 26.06.2015 und 06.07.2015 bis 07.07.2015) hatten wir die Möglichkeit uns nicht nur mit dem Berliner Team auszutauschen. Vor Ort konnten wir die Teams aus Augsburg, München und Nürnberg, die alle schon etwas länger dabei sind, ebenfalls kennenlernen. Ihre Erfahrungen und vielen Tipps sind auf jeden Fall eine Bereicherung für uns gewesen.

Die intensive Schulung an den insgesamt 5 Tagen haben uns noch einmal deutlich gemacht, welch verantwortungsvolle Aufgabe auf uns wartet. Außerdem wurde uns aber auch klar, was uns von vielen anderen Projekten unterscheidet: Es findet nämlich eine Begegnung auf Augenhöhe statt, dadurch, dass die Gruppenleiter einen ähnlichen kulturellen Background haben wie die Jugendlichen und durch die Tatsache, dass HeRoes mehr ist als eine schulische Belehrung, die einem sagt, was richtig und was falsch ist.

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HeRoes ist mehr als Schule: HeRoes bedeutet reflektieren, hinterfragen, auf Augenhöhe begegnen und dem anderen Vertrauen.

Der Satz von Yilmaz Atmaca „Das HeRoes-Projekt kann mit den Gruppenleitern ein Erfolg werden aber auch scheitern“, blieb sicherlich in den Köpfen der Gruppenleiter Mehmet Koc und Zafer Cin hängen und machte wohl deutlich, dass sie eine wichtige Rolle im Projekt spielen. Doch dass die Kolleginen Ollga Mato und Anja Straubel, die als Projektleiterin bzw. Projektleiterin im Team sind, ebenfalls eine wichtige Position einnehmen, wurde ebenfalls betont. Denn sie wiederum ziehen mehr oder weniger im Hintergrund die Fäden und koordinieren die Arbeit der Gruppenleiter, geben Anregungen und Tipps für die Arbeit mit den Jungen und erarbeiten gemeinsam mit den Gruppenleitern Methoden und Themen für die Sitzungen.

04. Mai 2015 – HeRoes geht in Offenbach endlich an den Start

Endlich haben wir es geschafft – Wir sind in die neuen Büroräume in sehr zentraler Lage eingezogen und können nun mit unserer Arbeit beginnen.

Nach jahrelanger Vorarbeit verbunden mit Antragstellungen und Verhandlungen hat es das Deutsche Rote Kreuz-Kreisverband Offenbach e.V.  geschafft, das Projekt „HeRoes – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre. Für Gleichberechtigung“ als Träger auch in Offenbach anzubieten.

Das neue vierköpfige Team freut sich bereits auf die kommenden Aufgaben.

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